Rheumapraxis Dr. med. Dipl.biol Klaus Hiemeyer                  

 

Medikamente

Medikamentöse Basistherapie:

Bei allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stellt sich die Frage, wann, ob und in welcher Form eine medikamentöse Basistherapie durchgeführt werden muss. Ich behandle hauptsächlich mit Methotrexat und Azulfidine und im Einzelfall auch anderen Basistherapieen- Biologica setze ich nur selten ein. Diese Medikamente greifen in den Immunprozess ein, müssen über längere Zeit eingenommen werden und können alle mehr oder weniger Nebenwirkungen haben - deshalb sind regelmäßige Blut- und Urinkontrollen erforderlich.

Oft haben Patienten Bedenken, diese "Medikamentenkeulen" einzunehmen - wir beraten unsere Patienten ausführlich, stellen Alternativen vor und erklären Wirkung und Nebenwirkung.

"Rheumamittel" = nicht steroidale Antirheumatika = NSAR      

Rheumamedikamente wie Diclofenac (Voltaren), Ibuprofen, Indometacin (Amuno) und auch Aspirin wirken symptomatisch auf Schmerzen und Entzündung, können aber die Ursache der Erkrankung nicht direkt bekämpfen. Rheumaschmerzmittel sind entscheidend wichtig für die Lebensqualität der Patienten, da sie den Schmerz unterdrücken und somit den Alltag erträglicher und die so wichtige Bewegungstherapie erst möglichmachen.

Am besten wirkt diese Medikamentengruppe beim entzündlichen Schmerz, nur wenig bei manchen weichteilrheumatischen Schmerzen. Die Medikamente sollten nur bei Bedarf genommen werden, eine regelmäßige Einnahme ohne Schmerzen ist nicht sinnvoll.

Nebenwirkungen wie Magenschmerzen werden berichtet - das liegt daran, dass diese Medikamentengruppe die Prostaglandine hemmt. Dies sind Entzündungshormone, die auch  für den Magenschutz verantwortlich sind. Es ist aber ebenfalls bekannt, dass der Magenschutz sehr stark von psychischen Faktoren abhängt - kann  man den PatientInnen die Angst vor den Medikamenten nehmen und ihnen klar machen, wie wichtig diese für die Erhaltung der Beweglichkeit sind, dann treten auch seltener Nebenwirkungen auf.
Vorsicht ist jedoch geboten bei Patienten über 60 Jahren, da dort oft Magenulcera ohne Beschwerdesymptomatik vorkommen. Deswegen geben wir hier zusätzlich Magenschutzpräparate.

Cortison:

Cortison ist ein lebenswichtiges körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde hergestellt und bedarfsreguliert in den Kreislauf abgegeben wird. Somit ist Cortison ein biologisches und "natürliches" Medikament.
Da Cortison die Entzündung zuverlässig unterdrückt, ist es ein sehr bewährtes Medikament bei rheumatischen Entzündungszuständen.
 
Bei wochenlanger oder längerer Einnahme ist Cortison jedoch mit problematischen Nebenwirkungen verbunden - deswegen gilt die Devise: so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig. Immer muss auch versucht werden durch eine medikamentöse Basistherapie den Einsatz von Cortison übert längere Zeit zu vermeiden.
Deutlich reduzieren lassen sich die Nebenwirkungen bei intraarticulärer Gabe in ein Gelenk, wenn dieses im Vordergrund steht.

Antidepressiva:

Antidepressiva in niedriger Dosierung, z.B solche die Amitryptilin enthalten, können versucht werden, um die Schmerzschwelle zu senken - dabei steht nicht die antidepressive Wirkung im Vordergrund, bei der viel höhere Dosen eingesetzt werden müssen. Ein Versuch gerade bei Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen sollte immer durchgeführt werden.